The Düsseldorf Düsterboys — Duo Duo
Pure Vernunft darf niemals siegen: Das zweite Album der Düsseldorf Düsterboys macht erstmals das volle Ausmaß der beduselnden Nebelbank deutlich, die Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti mit Engelszungen durch die deutschsprachige Musiklandschaft pusten.
Zehn Jahre nach Bandgründung und vier nach dem Durchbruch von International Music scheinen die beiden endlich mal irgendwo Platz nehmen zu dürfen, ohne dass hastig Stühle gerückt werden müssen, weil man nicht mit ihnen gerechnet hatte. Und ohne dass verzweifelt versucht wird, ihnen überhaupt erst einmal einen passenden Stuhl zu schnitzen. Die Zeit der verzweifelten Einordnungsversuche ist vorbei. Was soll man auch mit Hinweisen anfangen, die bei Fairport Convention anfangen und über Jesus & Mary Chain (hier dann wohl zu „Stoned & Dethroned“-Zeiten) bis Freddy Quinn reichen? Es reicht zu wissen, dass die Düsterboys ganz genau hingehört haben, wie man psychedelisch geprägte Folkmusic macht.
Viel wichtiger ist für „Duo Duo“, dass die beiden Musiker sich selbst ganz genau zugehört haben. Vor allem, was der jeweils andere gerade im Song macht. Zusammen mit ihrer ganz eigenen Soundästhetik, in der gepfiffene Melodien genauso selbstverständlich sind wie choralartiger Minnegesang, entsteht so eine Vertrautheit, die trotz hinzugefügter Streicher und einer Vielzahl weiterer Klangexperimente durchgehend Bestand hat.
Dazu kommen Texte, die wie Suchspiele gestaltet sind, bei denen es keine Lösung gibt. Titel wie „Lavendeltreppen“ und um die Ecke gedachte Gedankenflüge („So viel gesagt, so viele Wolken. In meinem Zimmer vergeht ein halber Tag! Take me higher!“) scheinen erst den Groschen fallen zu lassen. Die anschließenden Fragezeichen werden dafür umso größer, was den Reiz an dem Gehörten nur zusätzlich hebt. Das Schöne an „Duo Duo“ ist nämlich, dass die Stücke trotz aller vielschichtiger Rätselhaftigkeit immer vor allem Bauchmusik sind, die sich am besten erschließt, wenn man sich – so kitschig das klingt – auf sein Herz verlässt.
08.10.2022 Essen – Zeche Carl
11.10.2022 Hamburg – Kampnagel
12.10.2022 Berlin – Festsaal Kreuzberg
13.10.2022 Köln – Kulturkirche
14.10.2022 Hannover – Cafe Glocksee
04.11.2022 Bremen – Lagerhaus
05.11.2022 Stade – Hanse Song Festival
06.11.2022 Dresden – The Sound of Bronkow
19.11.2022 Chemnitz – Lokomov
20.11.2022 München – Ampere
22.11.2022 Nürnberg – Club Stereo
23.11.2022 (AT) Wien – B72
24.11.2022 (AT) Graz – Autumn Leaves
25.11.2022 (AT) Salzburg – ARGEkultur
26.11.2022 (AT) Innsbruck – Talstation
27.11.2022 Mannheim – Alte Feuerwache
28.11.2022 Mainz – KUZ