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Sonic Youth — In/Out/In

Text: Oliver Schröder, 18. März 2022

Gar nicht mal so einfach in diesen Tagen ein Komplettist zu sein, der sich jeden Output seiner Lieblingsband ins Plattenregal stellen möchte. Hier eine limitierte, farbige Vinylausgabe, dort ein exklusiver Download – mal ganz abgesehen von den unzähligen Neuauflagen und Anniversary-Reissues.

Bei Sonic Youth war es dagegen schon immer unmöglich, den Überblick zu behalten, geschweige denn alles zu besitzen. In dem wirren Geflecht aus Solo- und Nebenprojekten fanden sich stets selbst Hardcore-Fans nur mit Mühe zurecht. Schlimmer ist man vermutlich nur als The-Fall-Fan dran. „In/Out/In“ ist zwar ein zusätzliches Mosaiksteinchen im Backkatalog, das angeschafft werden will, aber dafür eins, das auch für Frieden sorgen möchte. Schließlich waren die beiden Stücke „In & Out“ und „Out & In“ bisher nur auf dem längst ausverkauften Boxset „Not the Spaces You Know, But Between Them“ erhältlich, das zwei Jahre vor dem Bandsplit veröffentlicht wurde. Dazu gibt es noch drei unveröffentlichte Stücke aus der Zeit zwischen 2000 und 2008. „Basement Contender“ erinnert dabei an das Can-Instrumental „Obscura Primavera“, das interessanterweise ebenfalls posthum auf deren „The Lost Tapes“ herauskam.

Auch wenn Gordon, Moore und Ranaldo in den letzten zehn Jahren nicht untätig waren, ist es doch immer wieder spannend, wenn in den S-Y-Archiven gewühlt wird. Mal abgesehen vom nostalgischen Wert ist das, was da so zutage gefördert wird, immer wieder faszinierend und fordernd.