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Poly-Math — Zenith

Text: Stefan Killer, 30. November 2022

Experimente während der pandemischen Schaffensphase haben den Horizont von Poly-Math erneut erweitert. Denn was 2018 als Prog-Trio begann, ist zum facettenreichen Quintett angewachsen. Auf „Zenith“ ist die Band erstmals mit Saxofon als fester Teil der Besetzung zu hören – was zulasten der Harmonie geht.

Doch fairerweise ist hier zu erwähnen, dass Harmonie auch nie der Anspruch von Poly-Math war. Die acht neuen Tracks sind da keine Ausnahme. Die Gitarre arbeitet selten mit den Klängen des Saxofons und versteht sich mehr denn je als Gegenpol. Die Spielarten variieren stark, es geht von schrägen New-Metal-Strophenpickings über jazzig polyrhythmische Singlenote-Zerren bis zu Postrock-Ausschweifungen.

Instrumental glänzen

Besonders ist wieder die Soundvielfalt des Basses zu erwähnen. Mal erinnern die Linien an Flea, mal an die letzte Doom-Session im schlecht gedämmten Probekeller, großartig. Und da Poly-Math nach wie vor (der Pandemie) ohne Gesang glänzend zurechtkommt, kommt das Instrumentarium immer noch bestens zur Geltung, egal welcher Couleur.

Die Band macht keinen Hehl aus dem exzessiven Einsatz modulierender wie verzerrender Effekte, was ab und an den Kern des jeweiligen Teils etwas aufweicht. Dennoch ist auf „Zenith“ die richtige Mischung aus Prog-Finesse, spitzfindigem Math und brutaler Energie stets zu hören. Ob das Sax immer nötig ist, um das alles zu transportieren, sei dahingestellt. Aber wenn’s hilft, um ins Spielen zu kommen, gerne. Die Platte dürfte insbesondere instrumental feiernden Post-X-Genrefans ein Grinsen ins Gesicht schlagen.