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Modern Nature — Island of Noise

Text: Lina Niebling, 21. Februar 2022

Nachdem das neue Album von Modern Nature „Island of Noise“ bereits im November als Limited Vinyl Edition mit Begleitmaterial erschienen war, liegt es seit Ende Januar als digitale Version vor. Neben dieser unkonventionellen Form der Veröffentlichung, lässt sich an dieser Stelle auch auf den Begleitfilm zum Album verweisen. Zusammen mit Conan Roberts ist ein Film entstanden, der die Aufmerksamkeit auf die Musik lenkt und audiovisuell das Hauptthema ebendieses aufgreift: Ordnung im Chaos zu finden.

Inspiriert von Shakespeares „Der Sturm“ lädt uns die Gruppe um Jack Cooper auf eine Insel ein – die titelgebende „Island of Noise“. Das Zitat “Be not afeard, the isle is full of noises” aus Shakespeare bildetet für Cooper den Ausgangspunkt: “summed up what I was thinking about at the time, from the nature of music, noise and silence, to the chaos and confusion that seemed impossible to navigate.”.

So reist man in den zehn Tracks des Albums auf die besagte Insel und betrachtet sie durch die Perspektive eines Außenseiters, der sich Fragen zu den Gewohnheiten, zu der vorhandenen Ungleichheit und den Bewohnenden stellt. Was sind die eingeschriebenen und unausgesprochenen Regeln? Wer sind die Bewohnenden und wo finden sie Trost, Mitgefühl und Freundschaft? Fragen als Grundhaltung des Albums.

Gleich zu Beginn stimmt bei „Tempest“ das flatternde Saxophon ein, langsam gesellen sich Gitarre und Bass dazu. Ein bisschen wie die Sonne über Morgentau, wenn man in Naturmetaphern sprechen möchte. Es ist ein sehnsuchtsvoller, fast melancholischer Auftakt, der in „Dunes“ mit den passenden Lyrics fortgeführt wird: „Some brave new morning / Curtain rises again / An overture plays out / Illumination“. Mit „Performance“ folgt ein Stück, dass durch seine Wiederholungen der immergleichen Gitarrenmelodie eine Art Trance erzeugt bis es sich schließlich auflöst und neu zusammenfügt. Generell lässt sich dieses Charakteristikum des Wechsels durchweg finden und zeugt von vielfältigen Facetten der Band. Vielleicht ist es genau das, was einen auch nach mehrmaligem Hören begeistert zurücklässt.

Das Album endet mit dem knapp siebenminütigen Track „Build“ und der sich wiederholenden Frage: „Do you see it?“. Eine Antwort gibt das Album nicht, aber deutlich wird, es lassen sich unterschiedliche Perspektiven auf die Insel und deren musikalisches Chaos erhaschen.