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Midlake — For The Sake Of Bethel Woods

Text: Christoph Walter, 22. März 2022

Ein Überalbum kann auch eine Bürde sein, müssen sich alle folgenden Veröffentlichung doch daran messen lassen. Zumindest in Sachen Titel braucht “For The Sake Of Bethel Woods”, die erste Midlake-LP seit gut neun Jahren, den Vergleich mit “The Trials Of Van Occupanther” nicht zu scheuen. Musikalisch dagegen kann man das Meisterwerk aus dem Jahr 2006 und die aktuelle Platte dagegen nur schwer miteinander vergleichen. Immerhin haben die Amerikaner nach “The Trials of Van Occupanther” den verwunschenen Folk-Märchenwald hinter sich gelassen und einen psychedelischeren Pfad eingeschlagen, den sie bis heute konsequent entlangspazieren.

Das macht auch nach der schier endlosen Pause noch viel Spaß, wobei “For The Sake Of Bethel Woods” nicht ganz ohne ein paar Längen und seichtere Momente auskommt. Ordentlich Eindruck macht allerdings der Auftakt mit „Commune“, in dem Midlake in weniger als einer Minute einen vollwertigen Song unterbringen, und der von Piano und Schlagzeug angetriebenen Uptempo-Nummer „Bethel Woods“. „Exile“ erinnert stellenweise an „As I Lay My Head Down“ von den Psych-Folk-Kollegen Other Lives, während „Feast Of Carrion“ und „Meanwhile“ Seventies-Softrock im besten Sinne sind.

Und um noch einmal auf “The Trials of Van Occupanther” zurückzukommen: Ein lärmiges Finale wie nun in „Of Desire“ hätte es damals sicher auch nicht gegeben. Insofern haben Midlake ihr nach wie vor bestes Album tatsächlich ein ganzes Stück hinter sich gelassen.

Eigentlich wollten Midlake “For The Sake Of Bethel Woods” ab Ende des Monats auch auf einigen Konzerten in Deutschland und Österreich präsentieren. Die Shows in Berlin, München, Wien, Hamburg und Köln müssen aber wegen der bekannten Gründe leider ersatzlos entfallen.