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Khruangbin & Leon Bridges — Texas Moon

Text: Säm Wagner, 18. Februar 2022

Wer auf eine Party eingeladen wird und noch ein Geschenk sucht: Ein Platte von Khruangbin ist das perfekte Mitbringsel. Weil: Jede und jeder kann sich auf diese Band einigen. Sei es „The Universe Smiles Upon You“, „Con Todo El Mundo“ oder „Mordechai“ – niemand kann böses über das Psychedelic-Funk-Trio sagen — sie sind Konsens. Doch auch die Platten zwischen den Platten lohnen sich. Da ist „Hasta El Cielo“ die Dub-Schwester zu „Con Todo El Mundo“ oder das Remix-Album zu „Mordechai“. Herausstechen tut aber auch „Texas Sun“, eine Vier-Song-EP, die 2020, kurz vor „Mordechai“ erschien. Auf der haben sich Khruangbin mit Retro-Soul-Sänger Leon Bridges zusammengetan. Man hatte sich auf Tour kennengelernt und entschieden, gemeinsam Musik aufzunehmen.

Khruangbin, die weitestgehend instrumental musizieren, fanden also einen Sänger. Doch so einfach ist es nicht. Khruangbin und Bridges wollten nicht die Summe der einzelnen Teile sein. Viel mehr wollte das Projekt einen eigenen Sound kreieren. Khruangbin gingen vom Gas und unterlegten Leon Bridges schwelgerische Stimme mit funkigem Country-Soul. Die Mischung harmonierte.
Nun, zwei Jahre nach „Texas Sun“, kommt mit „Texas Moon“ ein zweiter Teil der Kollaboration. Und auch diesmal schaffen es Khruangbin und Leon Bridges, Songs zu machen, die den Hörer sanft wegdriften lassen, ohne je langweilig zu sein.

Doch „Texas Moon“ ist, bis auf den heimlichen Hit „B-Side“, düsterer als „Texas Sun“ ausgefallen. Introspektiver nennt es Khruangbin-Bassistin Laura Lee. Doch die Mischung aus Bridges Retro-Soul und dem zurückgenommenen Psychedelic-Funk von Khruangbin lässt seine Hörer und Hörerinnen auch in der Mondphase wegschmelzen.

06.04.2022 Köln – Carlswerk Victoria
07.04.2022 Berlin – Columbiahalle