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INVSN — Slow Disco

Text: Tim Brügmann, 09. Februar 2022

Was wäre ein Endzeit-Szenario wie eine waschechte Pandemie nur ohne Dennis Lyxzén? Richtig, gar nichts! Und so ballt der umtriebige Derwisch aus Umea auch im Jahre 2022 seine Faust und spendiert uns mit „Slow Disco“ ein erstes Lebenszeichen seiner fast schon zur Hauptband gewordenen Kombo INVSN. Nachdem er unter dem alias Samurai dem Videospiel-Hype „Cyberpunk 2077“ zu musikalischer Größe verhalf, mit Refused eine teuflisch gute EP mit dem Titel „The Malignant Fire“ herausbrachte, mit dem französischen Synth-Empereur Perturbator gemeinsame Sache machte und The Picturebooks auf ihrem „The Major Minor Collective“ um eine weitere Kollaboration bereicherte, sind nun INVSN dran.

Schon seit 2004 zeigt sich Dennis Lyxzén mit Sara Almgren, André Sandström, Christina Karlsson und Anders Stenberg unter dem Namen INVSN verantwortlich für astreinen Post Punk aus Schweden. Spätestens seit ihrem selbstbetitelten dritten Album tun sie das auch erfolgreich über die Landesgrenzen der Monarchie im Norden hinaus. Mit „Slow Disco“ bleiben INVSN aber nicht nur ihrem fiebrigen Post-Punk treu, Lyxzén bläst auch hier wieder ins Horn der Rebellion und sozialen Gerechtigkeit. Der Vorbote zum neuen Album „Let The Night Love You“ offenbart darüber hinaus eine grüblerische Komponente und geht dennoch in die Hüfte. Etwas behäbiger als auf ihrer 2017er EP „The Beautiful Stories“, das aber nicht minder betörend.

„This is what the end looks like”, skandiert das Quartett, ehe der Song zum Ende hin immer tanzbarer wird. Der Pressetext spricht von morbider Größe und apokalyptischem Größenwahn, während uns Frontmann Dennis Lyxzén versichert, dass wir uns hier zwar nah an Bands wie Sisters of Mercy bewegen, bei INVSN die Punk-Attitüde und die Hardcore-DNA dennoch stets mitschwingen. Dürfen wir der neuen Single „Slow Disco“ Glauben schenken, so erwartet uns am 3. Juni mit „Let The Night Love You“ wahrlich ein Album, welches dazu einlädt, auch die dunklen Seiten des Lebens zu umarmen. Schöner und cooler lässt es sich auf dem Vulkan wohl nicht mehr tanzen.